Sklaverei

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Sklaverei ist eine illegale oder aber eine rechtlich erlaubte Institution, die es einer Person (dem Eigentümer des Sklaven, dem Sklavenhalter) ermöglicht, eine andere Person als Eigentum zu besitzen und frei über diese Person (den Sklaven) zu verfügen. In den Besitz von Sklaven kann der Sklavenhalter durch Erbschaft, durch die Geburt von Nachkommen bereits vorhandener Sklaven, durch Gefangennahme oder durch Kaufvertrag gelangen. Sklaven werden alle Menschenrechte vorenthalten und sie müssen ohne Lohn für den Sklavenhalter arbeiten. Sklavenarbeit ist eine Form der Zwangsarbeit, aber nicht jede Zwangsarbeit ist Sklavenarbeit.

Die Sklaverei hat es in sehr vielen Epochen und Kulturen in der Form einer rechtlich sanktionierten Institution gegeben.


Im 19. Jahrhundert wurde die Sklaverei als Rechtsinstitution im westlichen Kulturbereich abgeschafft.

Von entscheidender Bedeutung war der Konflikt um die Abschaffung der Sklaverei in den USA.

Die wichtigste Rechtfertigung der Sklaverei stammte von John C. Calhoun.


Artikel 4 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte lautet:

"No one shall be held in slavery or servitude; slavery and the slave trade shall be prohibited in all their forms."

Das Phänomen der (illegalen) Sklaverei existiert auch im 21. Jahrhundert. Nachdem Hilfsorganisationen 2005 die Zahl der Sklaven in der afrikanischen Republik Niger auf rund 200 000 Personen geschätzt hatten, gab die Regierung - die mit diesen Zahlen unzufrieden war - 2007 eine eigene Untersuchung in Auftrag, deren Ergebnisse sie allerdings unter Verschluss hielt. Um ihr Ansehen nicht zu beschädigen, verbot die Regierung jegliche Feiern anlässlich der Freilassung von Sklaven: "'Die Sklaverei ist eine Realität in Niger, aber wir tun so, als ob uns das nichts angehe', sagt etwa der ehemalige Kommunikationsminister und heute Hochschulprofessor El Back adam" (Scheen 2008). Und die Plantagen blieben bis zum Schluss profitabel. Die Abolition erfolgte nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus politischen und moralischen Gründen. Anders als die Marxisten dachten, steht der Kapitalismus keineswegs in einem grundlegenden Gegensatz zur Sklaverei. Vielmehr zeigt die Geschichte des transatlantischen Sklavenhandels, wohin die Reise gehen kann, wenn Marktkräften freier Lauf gelassen wird.

Quellen