Adolphe Quetelet: Unterschied zwischen den Versionen

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Q. durch Quetelet ersetzt
(Q. durch Quetelet ersetzt)
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Quételets Übersiedlung nach Brüssel im Oktober 1819 zur Übernahme eines ihm angetragenen Lehrstuhles für elementare Mathematik am Athenäum und seine Aufnahme unter die Mitglieder der Königlichen Akademie im Februar 1820, bei der er sich schon im Jahre zuvor durch Einreichungen einer mathematischen  Abhandlung  eingeführt hatte, leiten die erste Lebensperiode ein.
Quételets Übersiedlung nach Brüssel im Oktober 1819 zur Übernahme eines ihm angetragenen Lehrstuhles für elementare Mathematik am Athenäum und seine Aufnahme unter die Mitglieder der Königlichen Akademie im Februar 1820, bei der er sich schon im Jahre zuvor durch Einreichungen einer mathematischen  Abhandlung  eingeführt hatte, leiten die erste Lebensperiode ein.


Beruflich wie literarisch vorwiegend mit der Mathematik beschäftigt, wendet er sich im Laufe der Zeit doch immer mehr der Astronomie zu. Der Aufenthalt in Paris im Jahre 1823, zur Vorbereitung der von ihm angeregten Einrichtung eines astronomischen Observatoriums, bringt ihn in Beziehung zu Poisson und Alexander von Humboldt. Während dieses Aufenthaltes lernte er Astronomie von Arago und Bouvard und die Möglichkeiten der Wahrscheinlichkeitsrechnung von Joseph Fourier und Pierre Laplace. Diese Männer strebten an, mit Hilfe mathematischer Methoden soziale Daten zu analysieren. Durch ihre Versuche angeregt, wandte Q. die Wahrscheinlichkeitsrechnung zuerst zur Messung des menschlichen Körpers an. Er wollte versuchen soziale Probleme mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung überschaubar zu machen. Auf die Regelmäßigkeiten in Wuchs des Menschen war er aufmerksam geworden, als er sich als Maler und Bildhauer betätigte. Er versuchte, diese Erkenntnisse auch auf neue Gebiete anzuwenden, wie die Meteorologie und den Erdmagnetismus.  
Beruflich wie literarisch vorwiegend mit der Mathematik beschäftigt, wendet er sich im Laufe der Zeit doch immer mehr der Astronomie zu. Der Aufenthalt in Paris im Jahre 1823, zur Vorbereitung der von ihm angeregten Einrichtung eines astronomischen Observatoriums, bringt ihn in Beziehung zu Poisson und Alexander von Humboldt. Während dieses Aufenthaltes lernte er Astronomie von Arago und Bouvard und die Möglichkeiten der Wahrscheinlichkeitsrechnung von Joseph Fourier und Pierre Laplace. Diese Männer strebten an, mit Hilfe mathematischer Methoden soziale Daten zu analysieren. Durch ihre Versuche angeregt, wandte Quetelet die Wahrscheinlichkeitsrechnung zuerst zur Messung des menschlichen Körpers an. Er wollte versuchen soziale Probleme mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung überschaubar zu machen. Auf die Regelmäßigkeiten in Wuchs des Menschen war er aufmerksam geworden, als er sich als Maler und Bildhauer betätigte. Er versuchte, diese Erkenntnisse auch auf neue Gebiete anzuwenden, wie die Meteorologie und den Erdmagnetismus.  


Eine praktische Frage, das Bestreben, die Geschäftstätigkeit der Lebensversicherungsgesellschaften besser zu begründen, führte Q. zum ersten Mal in Verbindung mit der Statistik.  
Eine praktische Frage, das Bestreben, die Geschäftstätigkeit der Lebensversicherungsgesellschaften besser zu begründen, führte Quetelet zum ersten Mal in Verbindung mit der Statistik.  


Eine kleine Denkschrift des Jahres 1825 über die Gesetze der Geburten und der Sterblichkeit in Brüssel wird 1827 in bedeutend erweiterter Form der Akademie vorgelegt und wächst 1828 zu seinem ersten größeren statistischen Werke, den „Recherches statistique sur le royaume des Pay-Bas“. Die  bereits darin ausgesprochene Forderung einer allgemeinen Volkszählung auch schon 1830 unter Quételets persönlicher Mitwirkung nahm im weiten Kreise seiner Interessen doch vorläufig immer nur eine untergeordnete Stellung ein. Sie wäre, genau wie die Mathematik, von der er sich 1829 abwandte, wahrscheinlich noch weiter zurückgetreten, hätte er sich auf dem während der zweiten Periode seines Lebens bevorzugten Felde der Astronomie sogleich frei betätigen können. Dies war aber keineswegs der Fall.
Eine kleine Denkschrift des Jahres 1825 über die Gesetze der Geburten und der Sterblichkeit in Brüssel wird 1827 in bedeutend erweiterter Form der Akademie vorgelegt und wächst 1828 zu seinem ersten größeren statistischen Werke, den „Recherches statistique sur le royaume des Pay-Bas“. Die  bereits darin ausgesprochene Forderung einer allgemeinen Volkszählung auch schon 1830 unter Quételets persönlicher Mitwirkung nahm im weiten Kreise seiner Interessen doch vorläufig immer nur eine untergeordnete Stellung ein. Sie wäre, genau wie die Mathematik, von der er sich 1829 abwandte, wahrscheinlich noch weiter zurückgetreten, hätte er sich auf dem während der zweiten Periode seines Lebens bevorzugten Felde der Astronomie sogleich frei betätigen können. Dies war aber keineswegs der Fall.
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Es ist die Periode seines regesten wissenschaftlichen Schaffens in deren erstem Teile jedenfalls die astronomisch – meteorologischen Studien vornehmlich herrschten.
Es ist die Periode seines regesten wissenschaftlichen Schaffens in deren erstem Teile jedenfalls die astronomisch – meteorologischen Studien vornehmlich herrschten.


Da sich die tatsächliche Errichtung des Observatoriums noch längere Zeit hinzog, begab er sich auf Reisen, lebte 1829 in Deutschland, wo er mit Goethe zusammentraf, 1830 in Frankreich, der Schweiz und Italien. Als er bei seiner Heimkehr noch alles beim Alten fand, wandte er sich aufs neue anthropologisch-statistischen Studien zu. Diese Studien fanden nach der Veröffentlichung einer Reihe von monografischen Schriften in den Jahren 1831 und 1832, in dem 1835 erschienenden größeren Werke „sur l’homme et le développement de ses facultés ou Essai de physique sociale“, vorläufig ihren Abschluss. Die belgische Revolution hatte maßgeblich Einfluss auf Q.’s Interesse an sozialen Belangen.
Da sich die tatsächliche Errichtung des Observatoriums noch längere Zeit hinzog, begab er sich auf Reisen, lebte 1829 in Deutschland, wo er mit Goethe zusammentraf, 1830 in Frankreich, der Schweiz und Italien. Als er bei seiner Heimkehr noch alles beim Alten fand, wandte er sich aufs neue anthropologisch-statistischen Studien zu. Diese Studien fanden nach der Veröffentlichung einer Reihe von monografischen Schriften in den Jahren 1831 und 1832, in dem 1835 erschienenden größeren Werke „sur l’homme et le développement de ses facultés ou Essai de physique sociale“, vorläufig ihren Abschluss. Die belgische Revolution hatte maßgeblich Einfluss auf Quetelet’s Interesse an sozialen Belangen.


Die langerwartete Eröffnung des Observatoriums im Jahre 1832 gab Q. seinen astronomisch - meteorologischen Studien zurück, auf die er sich während der Jahre 1835 – 1845 fast ausschließlich konzentrierte und die er seit 1836 als Professor der Astronomie und Geodäsie an der „École militaire“ nebenamtlich auch pädagogisch verwertet. Wiederum waren es jetzt äußere Umstände die ihn erneut mit der Sozialwissenschaft in Berührung brachten. So war seine Ernennung zum Präsidenten der statistischen Zentralkommission Belgiens im Jahre 1841, in welcher er eine auf das Jahr 1846 anberaumte neue und umfassende Volkszählung vorbereitete und leitete, sehr wichtig hierfür.
Die langerwartete Eröffnung des Observatoriums im Jahre 1832 gab Quetelet seinen astronomisch - meteorologischen Studien zurück, auf die er sich während der Jahre 1835 – 1845 fast ausschließlich konzentrierte und die er seit 1836 als Professor der Astronomie und Geodäsie an der „École militaire“ nebenamtlich auch pädagogisch verwertet. Wiederum waren es jetzt äußere Umstände die ihn erneut mit der Sozialwissenschaft in Berührung brachten. So war seine Ernennung zum Präsidenten der statistischen Zentralkommission Belgiens im Jahre 1841, in welcher er eine auf das Jahr 1846 anberaumte neue und umfassende Volkszählung vorbereitete und leitete, sehr wichtig hierfür.


Damit war der Kontakt mit der Sozialstatistik wieder hergestellt, der von jetzt ab nicht mehr verloren gehen sollte. Zahlreiche kleinere Schriften bezeugen dieses neuerwachte sozialwissenschaftliche Interesse. Das im Jahre 1948 veröffentlichte Werk „du systéme social et des lois qui le régissent“, welches eine Fortsetzung und Ergänzung des vorher genannten „sur l’homme“ darstellt, bildet im Verein mit der 1852 erscheinenden meteorologischen Abhandlung „sur le climat de la Belgique“ die wichtigste literarische Frucht dieser Periode.
Damit war der Kontakt mit der Sozialstatistik wieder hergestellt, der von jetzt ab nicht mehr verloren gehen sollte. Zahlreiche kleinere Schriften bezeugen dieses neuerwachte sozialwissenschaftliche Interesse. Das im Jahre 1948 veröffentlichte Werk „du systéme social et des lois qui le régissent“, welches eine Fortsetzung und Ergänzung des vorher genannten „sur l’homme“ darstellt, bildet im Verein mit der 1852 erscheinenden meteorologischen Abhandlung „sur le climat de la Belgique“ die wichtigste literarische Frucht dieser Periode.
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== Wirken ==
== Wirken ==
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Folgende Aussage Q.’s über die Gesetze des Verbrechens erschütterten seine Zeitgenossen zutiefst: „Es gibt einen Tribut, den der Mensch regelmäßiger bezahlt als denjenigen, welchen er der Natur oder dem Staatsschatze entrichtet; es ist derjenige, den er dem Verbrechen zollt! – trauriger Zustand des Menschengeschlechtes! Wir können im Voraus aufzählen, wie viele Fälscher, wie viele Giftmischer es geben wird, fast so, wie man im Voraus die Geburten und Todesfälle angeben kann, die einander folgen müssen.“
Folgende Aussage Quetelet’s über die Gesetze des Verbrechens erschütterten seine Zeitgenossen zutiefst: „Es gibt einen Tribut, den der Mensch regelmäßiger bezahlt als denjenigen, welchen er der Natur oder dem Staatsschatze entrichtet; es ist derjenige, den er dem Verbrechen zollt! – trauriger Zustand des Menschengeschlechtes! Wir können im Voraus aufzählen, wie viele Fälscher, wie viele Giftmischer es geben wird, fast so, wie man im Voraus die Geburten und Todesfälle angeben kann, die einander folgen müssen.“




=== Soziale Physik ===
=== Soziale Physik ===
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Comte, welcher die Wissenschaft der „Soziologie“ schuf, glaubte einfach mit biologischer Forschung gesellschaftliche Gesetze entdecken zu können. Für seine Wissenschaft sollten die biologischen Methoden, der Versuch, Umfrage und Erfahrung allein gelten. Im Gegensatz zu Comte befragte Q. hingegen die „große Zahl“ um die Zufälligkeiten des Individuums ausscheiden zu können. Damit schuf er die Moralstatistik und erhob die Statistik zur Hauptmethode der Gesellschaftswissenschaft.  
Comte, welcher die Wissenschaft der „Soziologie“ schuf, glaubte einfach mit biologischer Forschung gesellschaftliche Gesetze entdecken zu können. Für seine Wissenschaft sollten die biologischen Methoden, der Versuch, Umfrage und Erfahrung allein gelten. Im Gegensatz zu Comte befragte Quetelet hingegen die „große Zahl“ um die Zufälligkeiten des Individuums ausscheiden zu können. Damit schuf er die Moralstatistik und erhob die Statistik zur Hauptmethode der Gesellschaftswissenschaft.  


Seine Moralstatistik (auch als Sozialbehaviorismus zu bezeichnen) war eine Kombination aller drei statistischen Wissenszweige auf höherer Ebene. Von der amtlichen Tabellenstatistik erhielt sie das ziffernmäßige Material, von der politischen Arithmetik übernahm sie die Methode der Wahrscheinlichkeitsrechnung und mit der Universitätsstatistik teilte sie den Beobachtungsgegenstand.  
Seine Moralstatistik (auch als Sozialbehaviorismus zu bezeichnen) war eine Kombination aller drei statistischen Wissenszweige auf höherer Ebene. Von der amtlichen Tabellenstatistik erhielt sie das ziffernmäßige Material, von der politischen Arithmetik übernahm sie die Methode der Wahrscheinlichkeitsrechnung und mit der Universitätsstatistik teilte sie den Beobachtungsgegenstand.  


Die Frage die sich  Q. stellte war wie folgend: „Sind die Handlungen des moralischen und geistigen Menschen Gesetzen unterworfen oder nicht?“ Er entdeckte dabei eine regelmäßige Wiederkehr bestimmter Erscheinungen. Diese Normalverteilung von Eigenschaften fasste Q. unter dem Idealtyp des „mittleren Menschen“ (frz. homme moyen) zusammen. Dieses von ihm begründete Wissensgebiet nannte er Sozialphysik. Seine Absicht war es das sittliche Leben in allen seinen Erscheinungen als gesetzmäßig zu verstehen somit statistische Gesetze zu begreifen die Phänomenen wie Verbrechensquoten, Eheraten oder Selbstmordraten unterliegen. Die Frage inwieweit der mittlere Mensch den Strukturbedingungen einer Gesellschaft entspricht hat Q. nicht untersucht. Seine statistische Konstruktion des mittleren Menschen soll die Funktionsbedingungen in einer Gesellschaft aufzeigen, sie ist aber kein Funktionselement dieser Gesellschaft.
Die Frage die sich  Quetelet stellte war wie folgend: „Sind die Handlungen des moralischen und geistigen Menschen Gesetzen unterworfen oder nicht?“ Er entdeckte dabei eine regelmäßige Wiederkehr bestimmter Erscheinungen. Diese Normalverteilung von Eigenschaften fasste Quetelet unter dem Idealtyp des „mittleren Menschen“ (frz. homme moyen) zusammen. Dieses von ihm begründete Wissensgebiet nannte er Sozialphysik. Seine Absicht war es das sittliche Leben in allen seinen Erscheinungen als gesetzmäßig zu verstehen somit statistische Gesetze zu begreifen die Phänomenen wie Verbrechensquoten, Eheraten oder Selbstmordraten unterliegen. Die Frage inwieweit der mittlere Mensch den Strukturbedingungen einer Gesellschaft entspricht hat Quetelet nicht untersucht. Seine statistische Konstruktion des mittleren Menschen soll die Funktionsbedingungen in einer Gesellschaft aufzeigen, sie ist aber kein Funktionselement dieser Gesellschaft.


Mit der Begründung seiner „sozialen Physik“ stellt Q. fest, dass es keinen Zufall, sondern nur Gesetzmäßigkeiten gibt und dies auch in den Gebilden gesellschaftlichen Zusammenlebens. Alles bisher als zweckmäßig angenommenen Handeln, alles was bisher als Äußerung des freien Willens betrachtet worden war, lag nun der mathematisch – biologischen Zergliederung frei.
Mit der Begründung seiner „sozialen Physik“ stellt Quetelet fest, dass es keinen Zufall, sondern nur Gesetzmäßigkeiten gibt und dies auch in den Gebilden gesellschaftlichen Zusammenlebens. Alles bisher als zweckmäßig angenommenen Handeln, alles was bisher als Äußerung des freien Willens betrachtet worden war, lag nun der mathematisch – biologischen Zergliederung frei.


Seiner mit einer pragmatischen Einstellung gepaarten großen Tatkraft ist es zu danken, dass die Statistik auf administrativer (institutioneller) und wissenschaftlicher (funktionaler) Ebene ein gutes Stück vorankam. Auf seine Anregung hin fand der erste internationale statistische Kongress in Brüssel statt, er organisierte die amtliche Statistik Belgiens vorbildlich und wirkte darauf hin, dass das statistische Material auf internationaler Ebene nach einheitlichen Gesichtspunkten gesammelt wurde.
Seiner mit einer pragmatischen Einstellung gepaarten großen Tatkraft ist es zu danken, dass die Statistik auf administrativer (institutioneller) und wissenschaftlicher (funktionaler) Ebene ein gutes Stück vorankam. Auf seine Anregung hin fand der erste internationale statistische Kongress in Brüssel statt, er organisierte die amtliche Statistik Belgiens vorbildlich und wirkte darauf hin, dass das statistische Material auf internationaler Ebene nach einheitlichen Gesichtspunkten gesammelt wurde.
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=== Kriminologie ===
=== Kriminologie ===
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Q. war eine einflussreiche Größe in der Kriminalwissenschaft. Zusammen mit Andre-Michel Guerry half er, die kartografische Schule und positivistische Schule der Kriminalwissenschaft zu etablieren, die umfassenden Gebrauch von statistischen Techniken machte. Durch die statistische Analyse gewann Q. Einblick in die Beziehungen zwischen Verbrechen und anderen sozialen Faktoren. Unter seinen Ergebnissen fand er starke Beziehungen zwischen Alter und Verbrechen, sowie Geschlecht und Verbrechen. Andere einflussreiche Faktoren fand er im Klima, Armut, Ausbildung und Alkoholgenuss.  
Quetelet war eine einflussreiche Größe in der Kriminalwissenschaft. Zusammen mit Andre-Michel Guerry half er, die kartografische Schule und positivistische Schule der Kriminalwissenschaft zu etablieren, die umfassenden Gebrauch von statistischen Techniken machte. Durch die statistische Analyse gewann Quetelet Einblick in die Beziehungen zwischen Verbrechen und anderen sozialen Faktoren. Unter seinen Ergebnissen fand er starke Beziehungen zwischen Alter und Verbrechen, sowie Geschlecht und Verbrechen. Andere einflussreiche Faktoren fand er im Klima, Armut, Ausbildung und Alkoholgenuss.  
Den praktischen Nutzen seiner Arbeit sah Q. darin, dass der Gesetzgeber aufgrund  des nunmehr möglichen Einblicks in gesellschaftliche Zusammenhänge dem Übel mit adäquaten Gesetzen vorbeugen könne, anstatt es erst Platz greifen zu lassen und nur nachträglich und weniger wirksam durch Gesetze einzudämmen.
Den praktischen Nutzen seiner Arbeit sah Quetelet darin, dass der Gesetzgeber aufgrund  des nunmehr möglichen Einblicks in gesellschaftliche Zusammenhänge dem Übel mit adäquaten Gesetzen vorbeugen könne, anstatt es erst Platz greifen zu lassen und nur nachträglich und weniger wirksam durch Gesetze einzudämmen.


Das soziologische Kernstück seiner Arbeit, das ihm noch in der Moderne Bedeutung verleiht, sind die Passagen über die Erfassung der Gesetzmäßigkeiten menschlicher Vergesellschaftung.
Das soziologische Kernstück seiner Arbeit, das ihm noch in der Moderne Bedeutung verleiht, sind die Passagen über die Erfassung der Gesetzmäßigkeiten menschlicher Vergesellschaftung.
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=== Gesundheitswesen ===
=== Gesundheitswesen ===
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Eine weitere Errungenschaft Q.’s war die einfache Berechnung der sogenannten Körpermassezahl, besser bekannt als Body-Mass-Indey. Q. wollte damit das Idealgewicht der Menschen in Abhängigkeit ihrer Körpergröße bestimmten. Die Berechnung der Körpermassezahl, welche auch Quételet Index genannt wird, findet in der Medizin bis heute Anwendung.
Eine weitere Errungenschaft Quetelet’s war die einfache Berechnung der sogenannten Körpermassezahl, besser bekannt als Body-Mass-Indey. Quetelet wollte damit das Idealgewicht der Menschen in Abhängigkeit ihrer Körpergröße bestimmten. Die Berechnung der Körpermassezahl, welche auch Quételet Index genannt wird, findet in der Medizin bis heute Anwendung.


Q.’s Untersuchungen zum menschlichen Körper hatten großen Einfluss auf Alphonse Bertillon, der basierend auf seinen Untersuchungen die Grundlagen seines später Bertillonage genannten Systems zur Personenidentifikation schuf.
Quetelet’s Untersuchungen zum menschlichen Körper hatten großen Einfluss auf Alphonse Bertillon, der basierend auf seinen Untersuchungen die Grundlagen seines später Bertillonage genannten Systems zur Personenidentifikation schuf.




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