Glückstädter Heimrevolte

Aus Krimpedia – das Kriminologie-Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Bei der sogenannten Glückstädter Heimrevolte gab es in der Nacht vom 7. zum 8. Mai 1969 im schleswig-holsteinischen Jugendheim in Glückstadt einen Aufstand von Heimzöglingen, der möglicherweise sogar mit Hilfe von Marinesoldaten niedergeschlagen wurde. Gründe für die Revolte waren die damaligen Zustände in dem Heim, welche sogar zu diversen Suizid-fällen unter den Heimzöglingen führten. Die in Haus 1 und 2 untergebrachten 80 Heimzöglinge zündeten in dieser Nacht Matratzen und Kleidungsstücke an, rissen sanitäre Anlagen aus den Wänden, zertrümmerten Fenster wie Möbel und attackierten das Heimpersonal. Unter den Jugendlichen, war auch das spätere RAF-Mitglied Peter-Jürgen Boock an der Revolte beteiligt. Im nachhinein wurden mehrere Jugendliche, darunter auch der damals 17-jährige Boock, in andere Heime der BRD verlegt. Das anfangs stets mit 140 Zöglingen belegte Heim wurde erst wegen rückläufiger Zahlen zum 31. Dezember 1974 geschlossen.

Weblinks

Süddeustche-Artikel (14.11.2007): Ehemaliges Jugendheim Glückstadt - Schläge, Zwangsarbeit und Nazi-Uniformen